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7. April 2016 Darius Dunker, stv. Landessprecher

Pannen und Terrorgefahr bei AKWs

AKW Doel

Der vierzig Jahre alte Reaktor 1 des belgischen AKW Doel ist in der vergangenen Nacht wieder einmal wegen technischer Probleme außerplanmäßig abgeschaltet worden. Sorge bereitet nicht nur der Zustand der arg gealterten Atomanlagen unserer westlichen Nachbarn, sondern auch die Gefahr, dass diese Ziel von Anschlägen werden könnten. DIE LINKE bringt das Thema in der kommenden Woche in den Bundestag.

Am Rand von Antwerpen, dicht an der niederländischen Grenze liegt das belgische Atomkraftwerk Doel (sprich Duhl), 130-150 Kilometer westlich von Heinsberg, Kleve, Aachen und Mönchengladbach. Die Anlage steht im gleichen schlechten Ruf wie das noch näher an NRW gelegene AKW Tihange bei Lüttich. In der vergangenen Nacht ist es dort wieder einmal zu einer außerplanmäßigen Abschaltung von Reaktor 1 gekommen, dem vierzigjährigen ältesten AKW des Landes. Als Gründe wurden nur technische Probleme genannt, heute Abend um 23 Uhr soll die Anlage wieder anlaufen.

Neben dem Alterungszustand der belgischen AKWs sorgt auch die Gefahr für Beunruhigung, dass diese Ziel von Anschlägen werden könnten. Im Zusammenhang mit den Pariser Anschlägen wurde entdeckt, dass offenbar aus den Kreisen der Täter auch Videospionage im Bereich der belgischen AKWs stattgefunden hatte. Im Februar wurde dann ein Wachmann eines in Tihange eingesetzten Sicherheitsdienstes erschossen aufgefunden. Meldungen, bei dem Mord sei ein Sicherheitsausweis für Tihange gestohlen worden, wurden zwar später dementiert, aber auch falls diesmal also doch kein direkter Terrorzusammenhang bestehen sollte, ist die Gefahr konkreter geworden, dass Atomanlagen Ziel für Anschläge werden könnten. DIE LINKE hat dies nun zum Thema im Umweltausschuss des Bundestags gemacht. Das Umweltministerium wird am nächsten Mittwoch dem Ausschuss berichten. „Auch in Deutschland werden wegen der Terror-Risiken Atomanlagen stärker überwacht und Nachrüstungen gegen Angriffe durchgeführt,“ stellt Hubertus Zdebel, Obmann der Fraktion DIE LINKE im Umweltausschuss des Bundestags, fest. Ein wirksamer Schutz erfordere aber die Abschaltung der Atomkraftwerke.

Für Sonntag, den 17. April, ruft das grenzüberschreitende Bündnis „Stop Tihange“ anlässlich des bevorstehenden 30. Tschernobyl-Jahrestags erneut zu einer Anti-Atom-Demonstration in Lüttich (Liège) auf. Die Stadt an der Maas ist nur 20 Kilometer von Tihange entfernt, etwa 600.000 Menschen leben in der Industrieregion unmittelbar um Lüttich. Maastricht und Aachen sind ebenfalls nicht weit entfernt.

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